Panorama 1

Über das Ehrenmal

Das U-Boot-Ehrenmal auf der Möltenorter Schanze in Heikendorf bei Kiel ist dem Gedenken aller auf See gebliebenen Ubootfahrer Deutscher Marinen gewidmet. Hier sind mehr als 35.000 Namen der gefallenen Ubootfahrer der beiden Weltkriege auf Bronzetafeln verewigt. Auch der Soldaten, die im Frieden ihr Leben auf Ubooten ließen, wird hier gedacht. Es ist aber zugleich auch eine Gedenkstätte für alle Opfer des Ubootkrieges. Das Ehrenmal ist ein Ort der Stille, des Gedenkens, der Erinnerung und Besinnung, aber auch der Mahnung gegen Krieg und Gewalt.

Eigentümer des Ehrenmals ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Die Stiftung U-Boot-Ehrenmal Möltenort unterhält in Zusammenarbeit mit der U-Bootkameradschaft Kiel die Anlage. Unterstützt wird sie dabei vom Verband Deutscher U-Bootfahrer e.V., von der Deutschen Marine und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.  Die Stiftung wurde 1975 von der U-Bootkameradschaft Kiel mit dem Ziel der Pflege und Bauunterhaltung der Gedenkstätte gegründet.

Ein Ort der Erinnerung und Besinnung

Weit sichtbar ist das Wahrzeichen des Ostseebades Heikendorf, der mächtige 4,60 m hohe Adler auf dem roten 15,30 m hohen Wesersandsteinpfeiler mit dem U-Boot-Kriegsabzeichen.

Das Ehrenmal liegt an der engsten Stelle der Kieler Förde, der Möltenorter Schanze. Es ist die einzige gemeinsame Gedenkstätte der Uboofahrer Deutscher Marinen, die in Ausübung ihres Dienstes ihr Leben auf See ließen.

Die große Aussagekraft dieser Gedenkstätte wird im entscheidenden Maße durch ihren inneren Ausbau geprägt. Im halb-kreisförmigen, in die Erde eingelassenen Rundgang, sind auf 117 Bronzetafeln die Namen der über fünfunddreißigtausend Gefallenen der beiden Weltkriege nach Bootsbezeichnungen, Unglücksort und Unglücksart verzeichnet. Auf dem Vorplatz der Anlage sind die Standvitrinen mit den Positionsplänen der im 1. und 2. Weltkrieg verloren gegangenen Boote aufgestellt. Die große menschliche Tragik wird dem Besucher deutlich, wenn er die endlosen Namensketten auf den Bronzetafeln mit der kurzen, unvollständigen Lebensgeschichte von der Geburt bis zum frühen Tod verinnerlicht hat.

Die in der nördlichen Ehrenhalle angebrachte Bronzetafel ist dem Gedenken der Ubootfahrer der Deutschen Marinen gewidmet, die in Friedenszeiten ums Leben gekommen sind. So wird hier unter anderem auch der 19 Toten des am 14.09.1966 gesunkenen Ubootes "Hai" gedacht. In einem in Bronze geschlagenen Gebet des Pfarrers Kordecki in der südlichen Ehrenhalle wird derer gedacht, die Opfer der Kämpfe oder sonst wie Opfer der See wurden, einzeln durch Unfälle bzw. durch unzählige Schiffs- und Flutkatastrophen. Eigentümer der Gedenkstätte ist der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Die U-Bootkameradschaft Kiel hat 1975 in Möltenort die Stiftung "U-Boot-Ehrenmal Möltenort" gegründet. Während die Stiftung die laufende Pflege und Bauunterhaltung übernommen hat, betreut die U-Bootkameradschaft Kiel diese Gedenkstätte. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, diese Stätte auch für die Zukunft in würdiger Form zu erhalten. Ein bedeutender Politiker hat einmal gesagt: "Der Mensch vergisst, aber zuweilen vergisst er, so fürchte ich, zu leicht und zu schnell". Diesem Vergessen entgegenzuwirken, darauf ist unter anderem auch die Arbeit der Stiftung ausgerichtet.

Seit dem 6. März 1990 steht das Ehrenmal unter Denkmalschutz. Weitere ausführliche Informationen über das U-Boot-Ehrenmal sind in einer Broschüre enthalten, die unter anderem beim Fremdenverkehrsbüro in Möltenort bzw. am U-Boot-Ehrenmal erworben werden kann.

Öffnungszeiten und Anfahrt

Das U-Boot-Ehrenmal in Möltenort steht Besuchern vom 1. April bis 30. September täglich von 09:00 bis 18:00 Uhr und vom 1. Oktober bis 31. März täglich von 09:00 bis 16:00 Uhr offen. Der Besuch der Gedenkstätte ist kostenlos.

Wir bitten alle Besucher, das Ehrenmal als Ort der Einkehr und des Gedenkens zu achten und danken allen, die durch Spenden an die Stiftung U-Boot-Ehrenmal Möltenort oder tätige Mithilfe zur Pflege und Erhaltung des Ehrenmals beigetragen.

Eine Gedenkstätte für alle auf See gebliebenen deutschen Ubootfahrer

Schon seit vielen Jahren war es der Wunsch der Ubootflottille, dass im Ehrenmal eine Tafel für die in Ausübung ihres Dienstes ums Leben gekommen Ubootfahrer der Deutschen Marine angebracht wird. Nach vielen Gesprächen und ausführlichem Schriftwechsel mit den verschiedenen Entscheidungsträgern, hat die Stiftung sich 1999 erneut dem Anliegen, einen Gedenkstein für die Toten von "U-Hai" am U-Boot-Ehrenmal aufzustellen, angenommen und die Aufstellung einstimmig beschlossen. Der Inspekteur der Marine hat diese Entscheidung mit Schreiben vorn 22. April 1999 sehr begrüßt, da sie auch dem Wunsch der Ubootfahrer in der Marine entgegenkommt, aller Angehöriger der Ubootwaffe, die ihr Leben auf See ließen, am Ehrenmal zu gedenken. Gleichzeitig hat der Inspekteur der Marine die Stiftung gebeten, mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) zu prüfen, ob das Ehrenmal mit einer Widmung versehen werden kann, die alle Ubootfahrer Deutscher Marinen einschließt. Im Februar 2000 haben die Stiftungsgremien diesen Vorschlag einstimmig befürwortet und dem VDK Vorschläge für die Umwidmung unterbreitet. Bereits am 23. März 2000 wurden mit den Vertretern des VDK in Möltenort Einvernehmen über die von der Stiftung vorgeschlagene Umwidmung - Einbeziehung der Deutschen Marine - erzielt. Im September 2000 wurde die vorhandene Bronzetafel im Rundgang mit der Widmung:

"Zum Gedenken aller Toten der U-Bootwaffe beider Weltkriege 1914 - 1918 und 1939 - 1945"

durch eine neue Bronzetafel mit folgender Inschrift ersetzt:

"In ehrendem Gedenken für die auf See gebliebenen deutschen U-Boot-Fahrer"

In der nördlichen Ehrenhalle wurde eine Bronzetafel zum Gedenken an die Toten der drei in Friedenszeiten gesunkenen Uboote U3 (17.1.1911), U8 (20.11.1936) und U-Hai (14.9.1966) und aller in Ausübung ihres Dienstes ums Leben gekommenen Ubootfahrer angebracht. Die drei Boote auf dieser Tafel sind im Halbrelief abgebildet.

Am Tag vor dem Volkstrauertag, am 18. November 2000, wurden die Tafeln unter großer Beteiligung der Ubootflottille aus Eckernförde eingeweiht. Somit ist das U-Boot-Ehrenmal nun auch zur Gedenkstätte für die heutigen Ubootfahrer geworden, so dass auch damit die innere Verbundenheit der Deutschen Marine zum Ehrenmal hergestellt wird. In den Stiftungsgremien und am U-Boot-Ehrenmal sind die heutigen Ubootfahrer schon seit einigen Jahren tätig, so dass es endlich an der Zeit war, auch diesen letzten Schritt gemeinsam mit allen Beteiligten zu vollziehen.

Der Kommandeur der Ubootflottille, Kapitän zur See Fritz Rudolf Weber, hat in seiner Ansprache am U-Boot-Ehrenmal in Möltenort anlässlich des Volkstrauertages am 17. November 2001 auf die Umwidmung Bezug genommen. Zitat: "...Doch die Zeit ist nicht stehen geblieben und inzwischen, mit der Umwidmung des Ubootehrenmals, hat sich die Bedeutung dieser Stätte gewandelt. Wir bezeugen nicht nur mehr unseren Respekt vor den für Deutschland bis 1945 gefallenen Ubootfahrern. Wir haben endlich die Brücke zur Deutschen Marine und deren Ubootflottille geschlagen und beziehen in unser Gedenken nunmehr alle nicht aus dem Einsatz zurückgekehrten deutschen Ubootfahrer ein..."

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Stiftung U-Boot-Ehrenmal
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