Panorama 1

Das Fundament des Adlers

5. Juli 2001: Zugbelastung der 1,45m langen Edelstahlgewindestangen

5. Juli 2001: Zugbelastung der 1,45m langen Edelstahlgewindestangen

Anfang Mai 2000 wurde anlässlich von Instandsetzungsarbeiten am Mauerwerk des Turmes festgestellt, dass der bereits 1984 reparierte Adler in seiner Struktur so stark geschädigt war, dass die Reparatur nicht mehr möglich war und einer neuer Adler angefertigt werden sollte, Im Juni musste die Freifläche vor dem Turm wegen Gefährdung der Besucher gesperrt werden.

Am 27.11. wurde der Adler mit einem Teleskopkran vom Turmkopf gehoben. Acht massive Eisenstäbe von ca. 70 mm Durchmesser, mit denen der Adler verankert war, mussten durchgeschnitten werden. Zur Untersuchung des 1938 gegossenen Fundamentbetons wurden 3 Kernbohrungen im Turmkopf 1,45 m tief ausgeführt. Die Bohrkerne wurden in der Fachhochschule Hildesheim geprüft. Die Betongüte lag zwischen B 10 und B 15, das entspricht etwa einem heute gebräuchlichen Fundamentbeton. Alle Beteiligten konnten aufatmen. Der große Fundamentkern im Turmkopf musste nicht, wie befürchtet wurde, mit hohem Aufwand ausgestemmt und erneuert werden, sondern konnte für die Befestigung des neuen Adlers genutzt werden.

12.Juli 2001: Das fertiggestellte Fundament mit 16 Fundamentankern

12.Juli 2001: Das fertiggestellte Fundament mit 16 Fundamentankern

Die Berechnungen ergaben, dass für die Befestigung des Adlers, der auf eine 35 mm dicke Edelstahlplatte mit den Außenmaßen 1,60 x 1,60m geschweißt werden sollte, 16 Fundamentanker erforderlich waren. Hierzu mussten nun 1,45in lange Edelstahl-Gewindestangen mit einer Dicke von 20 mm, 1,25rn tief im Fundamentbeton verankert werden. Jeder einzelne Anker musste Zugkräfte von 38.50 kg aufnehmen können. Beim Herstellen der Bohrungen wurde dann überraschend festgestellt dass die auf dem Turmkopf liegende etwa 20 cm dicke rechteckige Betonplatte das darunter liegende klein= kreisförmig ausgebildete tief in den Turm fahrende, eigentliche Fundament verdeckt hatte. Das bedeutete, dass die vier äußersten Anker an den Ecken am Fundament vorbei in die großen Sandsteinquader des Turmmauerwerkes gesetzt werden mussten. Würden sie die geforderten Ausreißlasten erreichen? Beim Bohr= im Fundament wurde mehrfach Eisen angebohrt und die Bohrungen mussten neu angesetzt werden. Trotzdem musste die Lage der Ankerstäbe natürlich sehr genau passen, weil an der Fundamentplatte des Adlers während der Montage keine Änderungen vorgenommen werden konnten.

Am 12. Juli 2001 schwebte der Adler unter den Augen der vielen Gäste und Zuschauer auf das Fundament zu. Unseren Mitarbeitern auf dem Turmkopf sah man die Spannung an. Würde nun alles passen? Der starke Wind forderte alle Kräfte. Als der Adler sich dann ohne Probleme auf seinem Fundament niederließ, und die ersten Muttern auf den 16 Ankern befestigt waren, löste sich die Spannung unter dem Applaus der Zuschauer in Befriedigung und Freude auf.

Nun kann der neue Adler weithin sichtbar hoch über der Möltenorter Schanze allen Stürmen trotzen.

Dipl.-Ing. Karl-Heinz Bode

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