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Planung und Bau des Ehrenmals bis 1930 - Der Ort...

Als sich die Währung stabilisiert hatte, setzte erneut die Sammeltätigkeit ein. Der Ehrenmalausschuss wandte sich nun in erster Linie an die Kameraden der Ubootwaffe, die wiederum zu Spenden aufgerufen wurden. Sie folgten dem Aufruf gern, doch flossen die Gelder jetzt langsamer als zuvor. Damit war an ein "monumentales" Ehrenmal nicht mehr zu denken. Man würde sich zu bescheiden haben. Mit dieser Erkenntnis war auch der Platz an der Unterelbe gegenstandslos geworden. Nach eingehenden Erwägungen entschied sich der Ausschuss schließlich für die Möltenorter Schanze als Standort für das zu errichtende Ehrenmal.

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Möltenorter Schanze - Foto: Gemeinde Heikendorf

Diese Entscheidung wurde durch das lebhafte Interesse der Gemeinde Heikendorf, die das Ehrenmalprojekt von Anfang an nachdrücklich unterstützt hat, bestimmt. Sie war bereit, das Gelände der Schanze vom Fiskus zu pachten. Ihre Gemeindevertreter und namhafte Bürger haben später im geschäftsführenden Ausschuss bei der Errichtung des Ehrenmals tatkräftig mitgeholfen.

Aber es gab noch andere Gründe für die Wahl von Möltenort. In Kiel hatte der Unteroffizier Wilhelm Bauer seinen "Brandtaucher" gebaut, der 1851 bei einer Probefahrt im Kieler Hafen gesunken und später geborgen worden ist. Auf der Germania-Werft lief 1904 das erste deutsche Uboot vom Stapel, und in der Heikendorfer Bucht sank 1911 bei einer Übungsfahrt das Schulboot "U 3". Kommandant, Wachoffizier und Rudergänger fanden dabei den Tod.

Wer die Kieler Förde kennt, wird zugeben, dass sich die vorspringende Möltenorter Schanze mit ihren sich nach Norden und Süden hinziehenden grünen Ufern für diesen Zweck anbot. Möltenort, die Heimstätte des Ehrenmals, auch "Heikendörper Orth" genannt, liegt auf dem Ostufer der Kieler Förde, unmittelbar am Schifffahrtsweg, der zum Nordostseekanal und in den Kieler Hafen führt. Möltenort gehört zur Gemeinde Heikendorf, die urkundlich schon 1233 erwähnt worden ist und neben Gaarden und Brunswik zu den ältesten Wohnplätzen an der Kieler Förde zählt. Bürger aus diesen Dörfern haben später die Stadt Kiel gegründet.

Nach der Topographie Biernatzki von 1856 lebten die Einwohner Möltenorts seit Jahrhunderten von der Schifffahrt und Fischerei. Früher sind in Möltenort auch Schiffe gebaut worden. 1870 waren im Möltenorter Hafen 19 Schiffe beheimatet. Reste der bereits im 18. Jahrhundert aus Ostseefindlingen errichteten Hafenanlagen sind noch heute vorhanden.

Das Fischlager "Uff dem Orth" wird erstmalig in einem Kieler Kaufbrief von 1613 erwähnt. Der "Orth", die vorspringende Landnase, bot guten Schutz vor der See und der Sandstrand war zum Heraufziehen der Boote geeignet. Während der schleswig-holsteinischen Kriege von 1848/50 entstand auf dem Möltenorter Küstenvorsprung die erste Schanze mit Palisaden, Schanzkörben und einer Blockhütte.

Als Kiel nach dem deutsch-dänischen Kriege von 1864 Flotten- und Marinestützpunkt geworden war, wurde die Batterie auf der Schanze weiter ausgebaut. Die Landnase wurde erhöht und ihr Ufer befestigt. Die dafür benötigten Sandmengen entnahm man dem angrenzenden Heidberg. Im Zuge der Verstärkung der Hafenbefestigungen kamen nach 1870 die Redoute (Festungswerk) Heidberg, das Fort Korügen und die Batterie Jägersberg hinzu. Nach dem 1. Weltkriege ist die Schanze Möltenort geschleift worden. 1945 wurden die Festungsanlagen Heidberg und Korügen gesprengt und später aufgeforstet. Heute ist die Festungsanlage Jägersberg Munitionsdepot der Bundesmarine.

Kommunalpolitisch ist Möltenort der kleinste Ortsteil der Gemeinde Heikendorf, die mit ihrem Grün, dem Strand, den Segel- und Fischerbooten als idyllisch und malerisch bezeichnet werden kann. Schaut man auf die Geschichte des U-Boot-Ehrenmals zurück, so kann ohne Einschränkung festgestellt werden, dass der damalige Ausschuss, unterstützt von der Gemeinde Heikendorf, mit der Möltenorter Schanze eine gute und begründete Wahl getroffen hat.

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