Planung und Bau des Ehrenmals bis 1930 - Die Einweihung...

Die Einweihung des unter so großen Mühen geschaffenen Ehrenmals, das Kieler Ubootfahrer 1919 spontan angeregt hatten, fand schließlich am 8. Juni 1930 statt. Es war der Pfingstsonntag. In einemfestschrift1926 1 Viereck rings um das Ehrenmal hatten Abordnungen der Reichsmarine, der Marine- und Kriegervereine, der Ubootkameradschaften und eine große Zuschauermenge Aufstellung genommen.

Neben dem Chef der Marinestation Ostsee, Konteradmiral Hansen, waren der "Löwe von Flandern", Admiral a. D. Ludwig von Schröder, Konteradmiral a. D. Eschenburg, der sich besondere Verdienste um das Ehrenmal erworben hatte, Vizeadmiral a. D. Michelsen als Vorsitzender des Ehrenmalausschusses, der Kieler Oberbürgermeister Dr. Lueken, der Rektor der Kieler Universität, Professor Höher und zahlreiche andere Persönlichkeiten erschienen. Auch die Jugend war stark vertreten. Die Feierstunde wurde mit einem Feldgottesdienst eingeleitet. Nach dem Choral "Großer Gott, wir loben dich" sprach zunächst der Marineoberpfarrer Dehmel.

einweihungIm Anschluss an seine Worte spielte das Musikkorps der 1. Marineartillerieabteilung "Ich hab' mich ergeben". Dann sprach der katholische Marinepfarrer Arnkens. Nach dem Niederländischen Dankgebet ergriff Admiral Michelsen das Wort. Er begrüßte die Anwesenden und dankte allen, die an der Schaffung des Ehrenmals mitgewirkt hatten.

Mit den Worten "So falle denn die Hülle" vollzog sich die Einweihung. Dabei rief er aus: "Wir weihen dieses Ehrenmal dem Andenken der tapferen Gefallenen der Unterseebootwaffe. Möge es ein Sammelpunkt für die Überlebenden sein und eine ernste Mahnung, den gefallenen Kameraden nachzueifern. Möge diese Ehrung der Toten auch ein Trost sein für die Hinterbliebenen. Uns allen aber sei dieses Ehrenmal ein Beweis und ein Sinnbild treuer Kameradschaft und heißer Liebe zu unserem deutschen Vaterlande." Dann brachte Michelsen ein dreifaches Hurra auf das Vaterland aus und das Musikkorps spielte das Deutschlandlied.

Darauf folgte die Kranzniederlegung. Sie wurde vom Liede "lch hatt' einen Kameraden" begleitet. Damit schloss die Feierstunde, die auch vom Rundfunk übertragen worden ist.

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Die Weihe des ersten Ehrenmals am 8. Juni 1930. Foto: Gemeinde Heikendorf

Vor der Kranzniederlegung nahm der Gemeindevorsteher von Heikendorf, Wilhelm Ivens, das Ehrenmal in die Obhut der Gemeinde. Gleichzeitig löste sich der Ehrenmalausschuss auf. Dieser Akt befreite aber die Ausschussmitglieder nicht von der Sorge der Restfinanzierung. Summen, über die man heute nur wenige Worte verlieren würde, belasteten die Verantwortlichen auch weiterhin, wie einer Notiz im Mitteilungsblatt der U-Boot-Kameradschaften vom Juni/Juli 1931 zu entnehmen ist:

"Nachdem nun sämtliche das U-Boot-Ehrenmal betreffenden Rechnungen abgedeckt sind, besteht noch eine Restschuld von 699,42 RM und eine nicht zu verzinsende Ehrenschuld von 5000 RM gegenüber einem Spender. Die Bankschuld, die 9 Prozent Zinsen frisst, muss unter allein Umständen so schnell wie möglich abgedeckt werden. Daher sieht sich der Hauptvorstand gezwungen, auf das Einzahlen von 0,50 RM monatlich für den Ehrenmalfonds bittend hinzuweisen," 50 Pfennige! Das war der Gegenwert eines Brotes in einer Zeit, in der Deutschland Millionen von Arbeitslosen beklagte, unter ihnen auch viele der etwa 9000 ehemaligen Ubootfahrer. An solchen Fakten wird deutlich, welches hohe Maß an Treue eingebracht werden musste, um das Ehrenmal entstehen zu lassen.

Einem namhaften Kieler Reeder war es schließlich zu verdanken, dass die Schulden zeitgerecht getilgt wurden.

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Festschrift zur Einweihung des Ehrenmals im Jahre 1930

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